Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

 

zunächst möchte ich mich für Ihre positiven Rückmeldungen bedanken. Da in unserer Gegend nicht alle Schüler über eine leistungsfähige Internetverbindung verfügen, haben unsere Lehrer Materialien erstellt, die auf analoge und digitale Inhalte zurückgreifen. 

Wir haben unsere Schülerinnen und Schüler für die ersten beiden Wochen mit Arbeitsplänen versorgt. Diese Aufträge sind mehr oder weniger umfangreich, enthalten zum Teil Links zu Videos, Bilder, Online-Übungen etc. Wichtig für Sie ist, dass das Material als Hilfestellung zu verstehen ist, damit unsere Schüler sich selbstständig unter Zuhilfenahme unserer Anleitungen und Aufträge, mit den jeweiligen Themen beschäftigen und Themen vertiefen können. 

Bitte seien Sie versichert, auch wenn die tägliche Beschäftigung mit Schule ein Muss ist -, wir nicht erwarten und erwarten können, dass alle von uns verschickten Materialien 100 Prozent erarbeitet, verstanden oder gar prüfbar sind. Ziel ist es, dass Ihr Kind täglich für die Schule arbeitet. Haben Sie aber gerade bei jüngeren Schülern der Unterstufe das Gefühl, dass das Erarbeiten der Materialien zu viel Zeit in Anspruch nimmt, eine Aufgabe nicht verstanden wird, bitte ich Sie, lenkend einzugreifen und dies der Lehrkraft rückzumelden. Vielen Dank! 

Damit die Aufgaben nicht zu einer zeitlichen Überforderung führen, haben wir Folgendes veranlasst: Aufgrund der Kürze der ersten Woche (späte Heimreise, verzögerter Versand etc.) wird es in der Klassen der Unterstufe für die nächste Woche ausschließlich Aufträge für die Hauptfächer geben, für die Klassen der Mittelstufe für die Hauptfächer sowie Physik und Chemie. Sie haben auch im Elternportal die Möglichkeit, Aufgaben zur Korrektur an die Lehrkräfte als Anlage zu senden. Wenn Ihr Kind Fragen hat, Erklärungen benötigt, so nehmen Sie Kontakt zu dem Kollegen auf. 

Wie geht es weiter: Am Ende der Woche versenden wir neue Aufträge. Die Schulaufgabentermine etc., sind vorerst in den Klassen 5-11 gestrichen. Nach einem ausreichenden Zeitraum des Übens im Unterricht werden wir neue Termine ansetzen, in den Klassen 5-10 jedoch auch die Reduzierungen der Anzahl der Leistungserhebungen und/oder des Stoffes vornehmen. Schüler der Q12 werden, sobald das Ministerium die Maßnahmen veröffentlicht, informiert. 

Aber auch hier besteht kein Grund zur Beunruhigung. Die Klausuren können und dürfen nicht zu den angesetzten Terminen geschrieben werden. MSI, Sprechtag: Unsere Mitteilungen aus Schule und Internat werden wir ebenfalls verschieben (Mai), den Lehrersprechtag ebenfalls. Da die Termine von der weiteren Entwicklung abhängen, werden wir Sie informieren, sobald wir wieder Planungssicherheit haben. 

Für Ihr Vertrauen bedanke ich mich und verbleibe mit besten Wünschen für Sie und Ihre Familie 

 

Catrin Brandl

OStRin, Schulleiterin 

 

 

 

Aus dem Schulleben

 

 

Umwelt-AG: Ising für die Bienen 

Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 haben die Kinder unserer fünften Jahrgangsstufe bei einem Projekt zur Artenvielfalt teilgenommen. Die Mädchen und Jungen pflanzten unter Anleitung der Natur und Technik-Lehrkräfte Singhammer und Leicht sogenannte Frühlingsblüher auf dem Schulgelände. Diese Pflanzen, wie zum Beispiel Blaustern, Krokus und Traubenhyazinthen, beginnen bereits im März an zu blühen und bieten somit Insekten, vor allem den Isinger Wildbienen, schon früh im Jahr eine Nahrungsquelle. Die genannten Wildbienen sind Teil eines Projekts zum Bestandserhalt und Erhöhung der Artenvielfalt in unserem Heimatraum. Aufgrund der steigenden Temperaturen beginnen viele Bienen früher im Jahr aktiv zu werden und somit auf Nahrungssuche zu gehen. Genau für diesen Fall haben die neuen Schülerinnen und Schüler der Schule im Rahmen des Unterrichts eifrig Löcher gegraben, Setzlinge gepflanzt und Blumenzwiebeln gesteckt. Dass die neuen Fünftklässler beispielsweise Krokus-Blumenzwiebeln stecken, ist mittlerweile am LSH Ising zur Tradition geworden und wird seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue praktiziert. Nicht nur zur optischen Aufwertung der Grünflächen, sondern besonders in diesem Schuljahr zur Unterstützung des Insektenbestands. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob somit langfristig die Kolonie der harmlosen Wildbienen auf dem Schulgelände existieren kann und ob die Obstbäume auf dem Schulgelände und auf angrenzenden Flächen ausreichend bestäubt werden können.

Krokusse auf dem Schulgelände
Schülerinnen beim Stecken von Blumenzwiebeln
Voller Einsatz
Wildbiene kehrt von der Nahrungssuche zurück

 

 

„Wir möchten gerne die Schule zurückerobern!“ 

Mit täglichen Rätseln in den Osterferien kämpfen die Isinger Schüler spielerisch gegen den Bösewicht „Tutorius Coronus“ 

„Die Kinder freuen sich jeden Tag drauf!“ Seitdem ihre Tochter Paula am freiwilligen Rätselspiel „Recapture School“ des Isinger Gymnasiums teilnimmt, beobachtet Stefanie Siebert, wie sich die Sechtklässlerin täglich mit ihrer Vierergruppe zusammenruft, um die jeweils neue Aufgabe zu lösen. „Erobert euch eure Schule zurück!“ ist das Thema des Spiels, das sich die Tuturen des Isinger Gymnasiums ausgedacht haben und das derzeit viele der Fünft- und Sechstklässler spielen. „Ich, Tutorius Coronus, bin jetzt der Herrscher über Ising“, stellt sich ein Bösewicht vor. „Die Schule ist in meiner Gewalt.“ Die Buben und Mädchen können ihn nur besiegen und die Schule zurückerobern, wenn sie die täglichen Aufgaben lösen und damit den Gesamtcode entschlüsseln. „Echt cool“ finden die Füntklässler Lorenz Wagnerberger und Carl Somogyi das Spiel, „danke für die Mühe!“ Dieser Dank geht an die Tutoren, die sich nicht nur die Aufgaben ausgedacht hatten, sondern auch täglich den Rücklauf der Lösungen in Empfang nehmen. Denn jeden Tag kurz vor Mitternacht schaltet Christina Reißl, die Betreuerin der Tutoren, die Aufgabe frei, und die kleinen Gymnasiasten müssen diese Aufgabe bis zwölf Uhr mittags lösen, wenn sie die Maximalzahl von drei Sternen erhalten wollen. Zu späteren Zeiten erhalten die Kinder nur noch zwei oder einen Stern. „Heute mussten wir in möglichst wenigen Zügen ein rotes Auto aus dem völlig zugeparkten Lehrerstellplatz herausholen“, berichtet Paula Siebert. „Blöd war, dass man die Autos wie in Echt nur vor- und zurück fahren konnte, und nicht seitwärts.“ Paula löste diese Aufgabe, indem sie die Vorlage vergrößerte und die Autos ausschnitt und so hin- und herschieben konnte. „Für eine Aufgabe mussten wir sogar eine Drehscheibe basteln, und damit ein Lösungswort in Zahlen übersetzen.“ 

Text: Walter Heil 

Foto (Stefanie Siebert):
Die Isinger Schülerin Paula Siebert bearbeitet ihre tägliche Aufgabe des Corona-Spiels, diesmal das Chaos am Lehrerparkplatz



 

„Der Englischlehrer hat sich selbst gefilmt“ 

Wie Schüler, Eltern und Lehrer am Isinger Gymnasium mit der Corona-bedingten Schulschließung umgehen 

„Man muss nicht so früh aufstehen“, freut sich Carola Schreiber. Die Siebtklässlerin besucht das Isinger Gymnasium – normalerweise. Doch weil zu Zeiten von Corona alle Schulen geschlossen sind, sitzt sie zu Hause an ihrem Schreibtisch. „Ich finde die Wochenarbeitspläne gut. Da kann ich in einem Fach, wenn ich will, gleich alle Aufgaben der Woche erledigen. Ich kann aber auch etwas aufschieben, wenn ich es erst später machen will.“ Das Krisenteam des Isinger Gymnasiums hatte sich dazu entschieden, den Schülern den Unterrichtsstoff per Email zuzusenden, pro Tag und Unterrichtsfach, und gleich für eine ganze Woche – eine kluge Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte, als das Kommunikationssystem Mebis, das viele andere Schulen verwendeten, überlastet zusammenbrach. „Natürlich hatten wir auch Probleme“, berichtet Isings Schulleiterin Catrin Brandl, „denn für die erste Woche hatten einige Schüler erst im Laufe des Dienstags ihre Unterlagen. Aber für die zweite und dritte Woche haben wir den Vorlauf optimiert, sodass es bereits jetzt besser funktioniert.“ Dafür gibt es aber am Wochenanfang erst einmal viel zu tun, beispielsweise für Ralf Glück, den Ziehvater von Carola Schreiber. „Ich habe alles ausgedruckt und einen Ordner für die Woche angelegt.“ Eltern, Schüler und Lehrer – alle lernen zur Zeit technisch dazu: Beispielsweise schreiben Zehntklässler ihre Deutsch-Übungsaufsätze, scannen sie ein, mailen sie ihrem Lehrer. Dieser korrigiert sie, scannt sie wieder ein und mailt sie zurück. In anderen Fächern bringen die Pädagogen ihren Schülern den Stoff mit selbst erstellten Youtube-Clips bei. „Unser Lehrer hat sich selbst gefilmt“, freut sich Katharina, die kleine Schwester von Carola. „Let's have some fun with englisch“, beginnt Englisch-Lehrer Roland Kaschke jede seiner halbstündigen, professionell aufbereiteten Grammatik-Einheiten, beispielsweise über die Fragebildung mit do und does. Englisch ja - „Nebenfächer müssen aber nicht unbedingt sein“, findet Katharina. Und am Isinger Gymnasium probiert man noch aus: In der ersten Woche gab es auch für alle Nebenfächer Materialien, in der zweiten nur für die höheren Klassenstufen, und in der dritten Woche wieder für alle Klassen – aber diesmal in geringerem 'Umfang. Aber manchem Schüler haben ja besonders die lustigen Aufgaben in Natur und Technik.gefallen: „Miss mit dem Lineal auf den Millimeter genau die Länge deines Mittelzehs!“ Auch wenn sich Schulleiterin Catrin Brandl freut, dass es mit dem Unterrichten zuhause funktioniert, sagt sie: „Ich freue mich sehr darauf,wenn wieder Leben einzieht in Ising!“

Text: Walter Heil 

Foto (Ralf Glück): Katharina und Carola Schreiber vom Isinger Gymnasium erarbeiten sich derzeit den Stoff der fünften und siebten Klasse selbständig zu Hause

 

Weimar 2020 - Die Q11 in der Stadt Goethes, Schillers - und Buchenwalds 

Die Isinger Schüler der Deutschkurse Hevecke und Mengel rundeten in Weimar ihre unterrichtliche Betrachtung der Epoche der Weimarer Klassik ab und gewannen neue Perspektiven auf Goethe und Schiller, indem sie dort zahlreiche Museen und Ausstellungen besuchten. Neben einer Führung im Goethemuseum stand ebenfalls ein Besuch in Goethes Wohnhaus auf dem Plan. Ebenso nahmen die Elftklässler das Schillerhaus in Augenschein, wo sie sehr kompetent geführt wurden. Des Weiteren steuerten die Isinger unter der Führung des Geschichtslehrers Altmann zahlreiche weitere Gebäude wie die Anna-Amalia-Bibliothek oder Goethes Gartenhaus an. Angesichts des Bauhausjubiläums stand auch ein Besuch des Bauhausmuseums ebenfalls auf der To-Do-Liste! Außerdem besichtigten die Schüler noch das Liszthaus, das Wohnhaus des Musikers und Komponisten Franz Liszt, schließlich ist Weimar nicht nur eine Stadt der Schriftsteller. Dass die deutsche und auch die Weimarer Geschichte auch durch die Shoa und die diese möglich machende Mentalität geprägt sind, darf nicht verschwiegen werden. Aus diesem Grund und auch um die Betrachtung der deutschen Literatur nach 1945 zu kontextualisieren, besuchten die Schüler die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald. Die dortigen Führungen legten unter anderem dar, dass die Weimarer Bevölkerung zu jeder Zeit wusste, was in Buchenwald geschah - schließlich war der Zoo direkt vor dem KZ ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende. 

Text und Fotos: Christian Mengel